Die Poesie der Worte

„Im Schreiben sortiert sich meine Seele, in der zärtlichen Zwiesprache zwischen Stift, Papier und mir finde ich meinen Weg aus dem, was mir zugeschüttet und undurchsichtig erscheint.

Wenn hier und da ein Wort leuchtet, mich lockt, mich ruft, wenn ich Silben neu sortiere, Buchstabensalate zubereite oder abends in meine Bilderwanne steige, wenn sich übereinander schiebt, was ich niemals übereinandergelegt hätte, wenn sich Abendglück und Morgentief die Hand reichen dürfen, dann finde ich einen Sinn, der jenseits des Alltagstuckern liegt, dann kann ich Sterne zwischen die Wolken schieben und frei heraus das Leben lieben.“

hedda lenz, 8.1.2021

Es bedarf keiner zusätzlichen Worte von mir zu diesem Zitat von hedda lenz (und ja, sie besteht auf die Kleinschreibung!). Das überlasse ich ihr selbst, denn sie bringt im heutigen Blogbeitrag die Kultur des Schreibens in den Vordergrund und schafft es, in ihrem Liebeslied an die Poesie Unausgesprochenes lautlos aber hörbar schwingen zu lassen, Worte zu einem sinnigen Ryhtmus zu vermischen und dadurch das lesbar zu machen, was der Schreibende kennt und der Nicht-Schreibende nur erahnen kann.

unbedarft und unbekümmert – ein liebeslied an die poesie

leicht sein wie die samen der pusteblumen durch die lüfte gleiten, den zeiten des müßigganges nicht hinterherweinen, sondern sie feiern. jetzt. hier. unbedingt. mich wiegen in den melodien, die mir das rauschen der blätter schenkt oder der singsang der rotkehlchen, die sich mit dem klang der amseln vermischen.

in den teichen fischen nach neuen ideen, die mit einem sanften plätschern am ufer landen, sie nicht versanden zu lassen, sie in die Hand nehmen, bekannt machen mit meinem atem, warten, starten und die karten neu verwischen.

um die ecken zischen mit einem glucksen, juchzen und freundinnen die zeit verrinnen lassen. geschehen lassen, stehend fassen die sonnenstrahlen, die pflanzenpracht, es wäre doch gelacht, wenn ich nicht die pflicht ein bisschen zur seite schieben könnte, lieben könnte, was der tag mir bringt und der mond mit seinem haupte mir heute nacht wiegend singt.

leichtigkeit ist poesie, die worteseelig wie noch nie, das zarte in uns wogend schaukelt, in einem kahne träumend gaukelt und abhebt, wenn die welt noch schlummert. ganz unbedarft und unbekümmert.

(hedda lenz, Januar 2020)

Ich danke Hedda für diesen wunderschönen Beitrag und kann nur jeden ermutigen, seine/ihre Geschichte mit uns zu teilen.
Kultur ist existentiell. Erzählen wir allen davon!

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Dann schickt gerne eure Erlebnisse, Erfahrungen dazu an info@rebeccagriessler.de – wir veröffentlichen hier in regelmäßigen Abständen eure Beiträge!
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